Die Rückkehr des Berliner Schlagers - ab 06. Juli 2007 erhältlich
Mit einem Geheimkonzert in der U-Bahn wurde der Release der Gassenhauer-EP letzte Woche vorgefeiert und aufgezeichnet - zu sehen in der aktuellen 12. Folge des Videoblogs undertube.de, bei dem man ja nie weiß, in welcher U-Bahn gerade gedreht wird.
Die vorliegende EP ist von anderem Kaliber als Peers Debütalbum „lieder, um sie auf das ende eines mixtapes zu machen“ (libuda records 2005). Wo damals Songminiaturen ein „Homerecording-Revival und ein Ende der emotionalen Verkümmerung“ (Spex) ausriefen,
schickt Peer als Vorboten des Berlin-Schlager-Revivals jetzt seine Blaskapellen-Nummer „Gassenhauer No.2“ voraus.
Zur Seite stand ihm dabei die Zentralkapelle Berlin, und das ist vielleicht mit das Großartigste: dass Leute aus Lust an der Musik und alter Freundschaft selbstlos einen Abend auf den Kopf hauen, um indiemäßig einen obskuren Hit einzuspielen. Neben Paul Lincke und Berliner Kindheit
kann man bei dem Song vielleicht auch den Witz eines Fil oder Funny van Dannen heraushören.
Die weiteren Songs verweisen auf Peers Indie-Hintergrund. Im Velvet Undergroundesquen „setzen/stellen/legen“ fungieren als Gäste Tina Mamczur (Hund am Strand) und Tobias Siebert
(Delbo, Klez.e) als Rhythmusgruppe. Texte und Musik zeigen, dass Peer Folk, Lofi und Tocotronic gehört hat. „Im Gegenteil“ aktualisiert Joni Mitchells „Both Sides Now“, und hätte in seiner zeitlosen Gültigkeit das Zeug zum Klassiker. „Schnaps“ trägt textlich vielleicht dick auf, aber tut das mit der Unmittelbarkeit (und dem Mythos) des Authentischen, der berühren kann.
Im Herbst wird es eine Band zur Ausmalung der Peer-Musik geben.
Vier Lieder, die wertvoll sind.
Zum Release-Konzert bei Undertube